KI-Einsatz in der Finanzverwaltung

Chancen und Herausforderungen des technologischen Wandels
Prof. Dr. iur. Christoph Schmidt

2023 | NEGZ-Kurzstudie 31

DOI 10.30418/2626-6032.2023.31


Die vorliegende Studie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Finanzverwaltung zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick zur fundierten Einschätzung der aus dem KI-Einsatz resultierenden Chancen und Herausforderungen zu geben.
Adressaten sind vor allem Entscheidungsträger aus Politik, Finanzverwaltung und Wissenschaft sowie darüber hinaus alle an der Thematik interessierten Personen. Im Folgenden werden die vielfältigen Ergebnisse kurz vorgestellt:

Angesichts der Dynamik der technologischen Entwicklung und der aus dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz resultierenden Vorteile im Verwaltungsbereich der Finanzverwaltung ist es wenig überraschend anzunehmen, dass sich die Anzahl der konkreten KI-Anwendungsbeispiele in den verschiedenen Einsatzbereichen zukünftig stetig erhöhen wird.

Zudem wurde deutlich, dass ungeachtet einer vorhandenen (Legal-)Definition von Künstlicher Intelligenz mit der Unterscheidung nach ihren Fähigkeiten einzelne Bereiche der Finanzverwaltung eingehend untersucht und daran anknüpfend identifiziert werden konnte, wo Künstliche Intelligenz bereits getestet oder eingesetzt wird oder zukünftig idealerweise zu implementieren ist.

Weiterhin ermöglichte der Rückgriff auf das Sense-Think-Act-Modell, die aus dem KI-Einsatz resultierenden Chancen und Herausforderungen für die jeweiligen behördlichen Einsatzbereiche aufzuzeigen und diese in kompakter Form zusammenzutragen.

Neben diesen Erkenntnissen zu den terminologischen und technischen Grundlagen des KI-Einsatzes offenbarte die Untersuchung der rechtstaatlichen Rahmenbedingungen, dass die Gewährleistung dieser Verfahrensgarantien aufgrund des Blackbox-Problems eine nichttriviale Herausforderung darstellt.

Als ein weiteres Ergebnis bleibt festzuhalten, dass für den KI-Einsatz enorme und repräsentative Datenmengen zwingend erforderlich sind. Da die Finanzverwaltung im Rahmen des Besteuerungsverfahrens jährlich eine große Anzahl von Daten erhebt und darüber hinaus von weitgehend standardisierten sowie strukturierten Prozessen profitiert, ist dieser Verwaltungsbereich für den Einsatz Künstlicher Intelligenz geradezu prädestiniert.

Mit dem in der Studie erarbeiteten umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und den gewonnenen Untersuchungsergebnissen steht vor allem Entscheidungsträgern aus Politik, Finanzverwaltung und Wissenschaft eine fundierte Grundlage zur Verfügung, um Digitalisierungsprojekte in der Finanzverwaltung konsequent weiter voranzutreiben.

Weiterhin sind mit den identifizierten Einsatzbereichen und konkreten Anwendungsbeispielen unmittelbare Anknüpfungspunkte für weitergehende Forschungen vorhanden.


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