NEGZ-Kurzstudien-Ausschreibung 2026: “Zukunftsfähige Infrastruktur: Adaptivität und Evolution im Deutschland-Stack”

Das NEGZ sucht bis Ende April 2026 Vorschläge für Kurzstudien zur Digitalisierung des öffentlichen Sektors.


Auf einen Blick

  • Fördersumme: bis zu 10.000 € (Pauschale)  
  • Umfang: ca. 20 Seiten
  • Einreichfrist: 30.04.2026 (Förderentscheidung: Mai 2026)
  • Fertigstellung: bis Juni 2027
  • Beteiligung: mind. ein NEGZ-Mitglied, mind. ein Wissenschaftspartner
  • Veröffentlichung: Open Access unter Creative-Commons-Lizenz

Schwerpunktthema: Der Deutschland-Stack

Der Deutschland-Stack (D-Stack) wurde 2025 im Koalitionsvertrag als zentrale digitale Infrastruktur verankert und mit 40 Millionen Euro ausgestattet. Als einheitliche Plattform für Bund, Länder und über 11.000 Kommunen umfasst er Kernkomponenten wie die DeutschlandID, das Once-Only-System NOOTS und die Deutsche Verwaltungscloud (DVC).

Die zentrale Herausforderung: Der D-Stack muss als Infrastruktur für kritische Staatsaufgaben Stabilität gewährleisten und gleichzeitig auf technologische Disruptionen (KI-Evolution, Quantum Computing) sowie gesellschaftliche Veränderungen reagieren.

Die Kurzstudien sollen untersuchen, wie der D-Stack als lernendes sozio-technisches System gestaltet werden kann, das Robustheit und Agilität in Einklang bringt.


Forschungsdimensionen

Die folgenden Dimensionen sind als exemplarische Schwerpunkte zu verstehen. Antragstellende sind ausdrücklich eingeladen, eigene thematische Akzente zu setzen und innovative Zugänge zu entwickeln, sofern sie zur wissenschaftlichen Durchdringung der Zukunftsfähigkeit des D-Stack beitragen.

1. Technologische Adaptivität und Zukunftssicherheit

Die technische Infrastruktur muss eine gewachsene IT-Landschaft mit vielen Fachverfahren unterschiedlicher Behörden integrieren und zugleich für zukünftige Entwicklungen offen bleiben. Exemplarische Fragen betreffen Architekturmuster zur Entkopplung von Fachlogik und Infrastruktur, Cloud-Portabilität und digitale Souveränität, Migrationsstrategien für Bestandssysteme, KI-Adaptierbarkeit und Post-Quantum-Kryptographie sowie Open-Source-Strategien zur Vendor-Lock-in-Vermeidung.

2. Organisationale Anpassungsfähigkeit und Transformationskapazität

Verwaltungsstrukturen müssen Mechanismen für kontinuierliches Lernen entwickeln. Im Fokus stehen institutionalisierte Feedbackmechanismen, differenzierte Governance- und Unterstützungsmodelle für die heterogene Kommunallandschaft sowie Kompetenzentwicklungsstrategien für die Arbeit mit KI-gestützten Diensten.

3. Regulatorische Adaptivität und Governance-Evolution

Relevante Fragestellungen umfassen verbindliche Standards in föderalen Strukturen (Art. 91c GG), die agile Synchronisation mit EU-Vorgaben (eIDAS 2.0, Interoperabilitätsverordnung, Data Act) sowie experimentelle Governance-Formen wie Reallabore und Pilotprojekte mit Sunset-Klauseln.

4. Offenes Forschungsfeld

Der D-Stack als Katalysator für ein GovTech-Ökosystem wirft Fragen auf zu Plattform-Governance der DVC als Cloud-Marktplatz, Open-Source-Contribution-Modellen für öffentliche Verwaltungen und zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit der Infrastruktur jenseits projektgebundener Sondervermögen.


Förderbedingungen

Fördersummebis zu 10.000 € (Pauschale)
Umfangca. 20-seitige Kurzstudie
FörderfähigInstitutionen und Individuen; mind. ein NEGZ-Mitglied beteiligt
Fertigstellungbis 15. Juni 2027
EntscheidungAusschuss für Forschung und Projekte (AFP), Mai 2026
VeröffentlichungOpen Access unter Creative-Commons-Lizenz
ThematikSchwerpunktthema bevorzugt; Vorschläge jenseits nachrangig

Es ist ausdrücklich erwünscht, die Kurzstudien zur Kommunikation aktueller Forschungsergebnisse zu nutzen.


Einreichung der Projektskizze

Die Projektskizze darf vier Seiten nicht überschreiten und umfasst:

  • Titel des Projekts
  • Beteiligte
  • Zusammenfassung (max. 1.200 Zeichen)
  • Problemstellung (Forschungsfrage oder Hypothese)
  • Praktische Relevanz und Potenzial für das Agendasetting
  • Wissenschaftliches Vorgehen (Erkenntnisstrategie, Datenbasis, Analysemethoden)
  • Vorarbeiten (ausdrücklich erwünscht)
  • Zeitplan des Projekts und in Anspruch genommene Fördersumme

Zusätzlich ein Unterstützungsschreiben aus der öffentlichen Verwaltung, das Interesse an den Forschungsergebnissen belegt.


Selektionskriterien

Der Auschuss Forschung und Projekte bewertet die Skizzen anhand folgender Kriterien:

  1. Praxisrelevanz: Konkreter Bezug zur Verwaltungspraxis, dokumentiert durch ein Unterstützungsschreiben einer öffentlichen Körperschaft.
  2. Wissenschaftliche Qualität: Klare Fragestellung, nachvollziehbares Forschungsdesign, transparente Methodik.
  3. Innovationsgrad: Behandlung neuer, unterforschter oder noch auszugestaltender Fragen der Digitalisierung.
  4. Netzwerk- und Transferorientierung: NEGZ-Mitgliedsbeteiligung und Bereitschaft zur aktiven Öffentlichkeitsarbeit.
  5. Umsetzbarkeit: Realistischer Zeitplan und klar definiertes, zielgruppengerecht aufbereitetes Endprodukt. Angesichts des engen Zeitrahmens begrüßen wir sowohl Projekte, die ein Discussion Paper als Grundlage für spätere Weiterentwicklungen erstellen möchten, als auch Projekte, die bereits erzielte Forschungsergebnisse im Kurzgutachten aufbereiten oder vertiefen.

Orientierung gesucht?

Hier lang zu einem Überblick zum Format der Kurzstudien.

Bei unseren Publikationen könnt ihr in den Kurzstudien der letzten zehn Jahre blättern.


Ihr habt Fragen zur Ausschreibung? Ihr überlegt, Mitglied zu werden? Sprecht uns an!


Zum kompakten Weiterleiten oder zum Ausdrucken gibt es die Ausschreibung auch als PDF:


Einreichen

Bitte reicht eure Projektskizze hier bis zum 30. April 2026 ein.

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